Entwickler sprechen sich in offenen Brief gegen Beleidigungen aus

Rund 1300 Entwickler, Designer und Mitarbeiter aus der Gaming-Industrie haben ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen. Jeder von ihnen unterzeichnete einen offenen Brief an die Spiele-Community, in dem gegen Bedrohungen und Beleidigungen aufgerufen wird.

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Hintergrund: Vor einigen Monaten entbrannte die erste große Diskussion zum Thema Sexismus in Videospielen. Unzählige Feministinnen und Frauenrechts-Organisationen kritisierten die großen Spiele-Entwickler und Publisher wie Ubisoft oder Blizzard. So soll die Rolle der Frau in Videospielen unfassbar stereotypisch dargestellt werden. Außerdem sollen die Entwickler Frauen in diversen Spielen entweder als schwach, hilflos oder übertrieben sexistisch dargestellt haben. Im Gegenzug riss ein gewaltiger Shitstorm gegen die Frauenrechtlerinnen los. Zahllose Spieler ließen ihrer Meinung ebenfalls freien lauf. Nachdem eine Hass-Welle gegen die Bloggerin und Feministin Anita Sarkeesian, die ihre Meinung zur derzeitigen Diskussion über Sexismus in Videospielen veröffentlichte, völlig außer Kontrolle geriet, sah sich der Entwickler Andreas Zecher gezwungen dem ein Ende zu bereiten oder es zumindest zu versuchen.

Beleidigungen und Bedrohungen sind in der Videospiel-Branche an der Tagesordnung. Abgesehen von den Sexismus-Debatten haben auch Mitarbeiter von großen Studios einen enormen Druck zu verarbeiten. Spieler lassen ihren Frust über ein Game nur zu gerne an den Entwicklern persönlich aus und so mussten schon in der Vergangenheit regelmäßig Twitter- und Facebook-Accounts offline genommen werden, da die Gefahr für einige Mitarbeiter und deren Familien zu brisant wurde. Adressen wurden veröffentlicht und Fotos von Familienangehörigen verbreitet. Klingt alles wie ein übler Krimi, ist aber leider Realität. Nun wollen die Entwickler ein Zeichen setzten. Die Community wird aufgerufen toleranter miteinander umzugehen. So heißt es:

”Wir glauben daran, dass jeder unabhängig des Geschlechts, der sexuellen Orientierung, der ethnischen Herkunft oder Religion ein Recht darauf hat zu spielen was ihm beliebt, Spiele zu kritisieren und zu entwickeln ohne dafür verfolgt oder beleidigt zu werden. Gerade dieser Vielfalt haben wir es zu verdanken, eine so aufblühende Spiele-Generation zu erleben. Solltet ihr auf Threats aufmerksam werden(..egal ob auf Steam, YouTube, Twitch, Twitter, Facebook oder Reddit) in denen dementsprechende Kommentare geäußert werden, bitten wir euch diese dem Seitenbetreiber zu melden.”

Unter dem Brief ist eine Liste aller Entwickler aufgeführt, die bisher unterschrieben haben. Darunter auch namhafte Entwickler und Mitarbeiter bekannter Studios wie: Ubisoft, BioWare, EA, Bungie, Blizzard oder Telltale Games.

Auch wir bitten unsere Leser mehr auf solche Kommentare zu achten und euch selber zu fragen ob ihr nicht auch lieber Teil einer gemeinschaftlichen Community sein wollt. Was haltet ihr von dieser Aktion und was ist eure Meinung zu dem Thema Bedrohung und Beleidigung innerhalb der Gaming-Gemeinschaft?

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